Weitere TCGEin Jahr Gundam Card Game — 500 Millionen Karten und kein Ende
Zum ersten Geburtstag meldet Bandai über 500 Millionen ausgelieferte Karten und 700'000 Event-Teilnehmer — und feiert mit dem Set «Freedom Ascension». Die Bilanz zum Mecha-TCG.

Als Bandai im Sommer 2025 nach One Piece und Dragon Ball auch noch Gundam an den Kartentisch brachte, fragte sich die Branche: Trägt das dritte grosse Anime-TCG aus demselben Haus? Ein Jahr später liegt die Antwort in Zahlen vor, die Bandai zur «NEXT STRATEGY 2026»-Präsentation stolz verkündete: über 500 Millionen ausgelieferte Karten und mehr als 700'000 Teilnehmer an offiziellen Events seit dem Start.
Das Jubiläumsjahr in Produkten
Pünktlich zum ersten Geburtstag im Juli erschien «Freedom Ascension» (24. Juli) — das Feier-Set der Reihe. Davor hatte «Phantom Aria» (GD04) im April die Serien Victory Gundam und Turn A Gundam ins Spiel geholt; für den Herbst stehen vier neue Starter-Decks (25. September) und «Stardust Trails» (GD06) am 30. Oktober im Kalender. Der Rhythmus entspricht dem bewährten Bandai-Muster: Hauptsets im Quartalsabstand, dazwischen Einstiegsprodukte.
Warum das Spiel funktioniert
Die Lizenz zieht tiefer, als der Westen denkt. Gundam ist in Japan eine Kulturinstitution auf Star-Wars-Niveau, und die Mecha-Nostalgie erreicht inzwischen auch hier die Generation, die mit Wing und Seed aufgewachsen ist. Dass Sets gezielt ältere Serien wie Victory und Turn A bedienen, ist dieselbe Nostalgie-Strategie, die bei Yu-Gi-Oh! und Pokémon so zuverlässig läuft.
Bandai kann das inzwischen im Schlaf. Vertrieb, Organized Play, Produktmix — die One-Piece-Maschine wurde auf Gundam übertragen, inklusive der Lehren aus den Engpass-Jahren. Die Verfügbarkeit war im ersten Jahr ordentlich, die Preise blieben zivil.
Modellbau trifft Karten. Die Verzahnung mit dem Gunpla-Hobby (Bandais Plastikmodell-Imperium) schafft eine Käuferschicht, die andere TCGs schlicht nicht erreichen können — Leute, die sonntags Mobile Suits bauen und jetzt donnerstags mit ihnen spielen.
Die Sammler-Perspektive
Der Gundam-Sammelmarkt ist jung und entsprechend beweglich. Die Muster nach einem Jahr:
- Frühe Chase-Karten führen. Die Top-Raritäten der ersten Wellen — allen voran rund um die ikonischen Suits der Original-Timeline — haben sich als die Wertträger etabliert.
- Sealed der ersten Stunde zieht an. Das bekannte Erstjahres-Muster; wer 2025 Startprodukte zum UVP kaufte, liegt komfortabel vorn.
- Aber: Für ein so junges Spiel gilt dieselbe Warnung wie bei Riftbound — Langzeitwert setzt Langzeit-Erfolg voraus, und den garantiert niemand. 500 Millionen Karten sind ein starkes Indiz, kein Versprechen.
Transparenz: Markteinschätzungen sind redaktionell, keine Anlageberatung.
Lohnt der Einstieg jetzt?
Ja, und zwar bevorzugt über die September-Starter: Vier neue Decks auf einmal sind der breiteste Einstiegspunkt seit Launch. Das Spiel selbst gilt als taktisch solide Bandai-Schule — wer One Piece kennt, findet sich schnell zurecht, wer neu ist, lernt es an einem Abend.
Fazit
Das Gundam Card Game hat sein erstes Jahr nicht überlebt, sondern gewonnen: eine halbe Milliarde Karten, ein voller Eventkalender und eine Roadmap bis tief ins nächste Jahr. Bandai hat damit endgültig bewiesen, dass sein Anime-TCG-Baukasten wiederholbar ist — die spannende Frage ist nur noch, welche Lizenz als Nächste drankommt. Einen Überblick über alle Neustarts des Jahres gibt der Halbjahresrückblick.


