GradingPSA erhöht die Preise — was die neuen Grading-Gebühren bedeuten
Seit dem 10. Februar kostet PSA-Grading mehr: Value Bulk steigt von 21.99 auf 24.99 Dollar, Regular von 74.99 auf 79.99. Die Hintergründe — und wie du trotzdem günstig einsendest.

Der Marktführer dreht an der Preisschraube: Seit dem 10. Februar 2026 kostet PSA-Grading in den unteren Service-Stufen spürbar mehr. Der beliebte Value-Bulk-Tarif steigt von 21.99 auf 24.99 US-Dollar pro Karte, der Regular-Service von 74.99 auf 79.99 US-Dollar — begleitet von zusammengelegten Service-Stufen und, wenig überraschend, weiterhin langen Warteschlangen.
Warum PSA es sich leisten kann
Die kurze Antwort: Rekordnachfrage. Die Grading-Branche erlebt seit zwei Jahren einen historischen Boom, angetrieben ausgerechnet von unserer Ecke des Hobbys — TCG-Karten überholen bei den Einsendungen die klassischen Sportkarten um mehr als das Doppelte. Pokémon, Magic und Yu-Gi-Oh füllen die Grading-Labore mit einer jungen, kauffreudigen Sammlergeneration, und PSA sitzt als unangefochtener Marktführer an der Kasse.
Dazu kommt Marktmacht durch Zukäufe: Mit SGC und Beckett gehören zwei frühere Konkurrenten inzwischen zum PSA-Mutterkonzern. Wo weniger Wettbewerb ist, verhandelt es sich leichter — die europäische Konkurrenz spürt das gerade besonders.
Was das konkret für dich heisst
Rechnen wir ehrlich: Drei Dollar mehr pro Bulk-Karte klingen harmlos — bei einer 20-Karten-Einsendung sind es aber 60 Dollar Aufschlag, plus Versand, plus allfällige Zollabwicklung. Die Kernfrage jeder Einsendung wird damit noch wichtiger: Trägt der Kartenwert die Gebühr?
Unsere Faustregeln nach der Erhöhung:
- Unter 100 Franken Kartenwert wird Bulk-Grading schnell unwirtschaftlich — ausser der Karte fehlt nur der Slab zum Verkauf oder sie hat für dich ideellen Wert. Die ausführliche Rechnung steht im Beitrag «Wann lohnt sich Grading?».
- Vorsortieren schlägt Hoffen. Karten mit sichtbaren Mängeln holen keine hohen Grades — jede aussortierte Karte spart jetzt 25 Dollar. Zustand checken, bevor die Box zugeklebt wird.
- Sammeleinsendungen nutzen. Gruppen-Submissions über Läden oder Communities verteilen Versand- und Nebenkosten auf viele Schultern.
Die strategische Dimension
Interessant ist das Timing: Die Erhöhung kommt, während PSA sein erstes Grading-Center auf dem europäischen Festland vorbereitet. Man kann das zynisch lesen (erst Preise rauf, dann Europa-Expansion als Service-Argument) — oder nüchtern: Rekordvolumen erzwingt Kapazitätsausbau, und den bezahlt am Ende der Einsender.
Für den Sammlermarkt insgesamt haben höhere Grading-Kosten einen dämpfenden Nebeneffekt: Das Graden von Mittelklasse-Karten wird unattraktiver, was das Angebot an frisch gegradeten Slabs im unteren Preissegment verknappt — tendenziell gut für bestehende Slab-Besitzer, ärgerlich für alle, die günstig in graded Karten einsteigen wollen.
Transparenz: Wir verkaufen graded Slabs. Markteinschätzungen sind redaktionell, keine Anlageberatung.
Fazit
Die Februar-Erhöhung ist kein Schock, aber ein klares Signal: Grading bleibt ein Verkäufermarkt, und PSA nutzt seine Stellung. Für Sammler heisst das — schärfer kalkulieren, besser vorsortieren und die Europa-Option im Auge behalten, die noch dieses Jahr die Rechnung verändern könnte. Wie eine Einsendung Schritt für Schritt abläuft, zeigt unsere PSA-Anleitung aus der Schweiz.


