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16. September 2026 ✦ 3 Min. Lesezeit

PSA Frankfurt nimmt Einsendungen an — und krempelt gleichzeitig alle Service-Level um

Seit dem 15. September um 00:01 Uhr kann Europa direkt nach Frankfurt einsenden. Einen Tag zuvor hat PSA sämtliche Service-Stufen umbenannt, neu bepreist — und die günstigen Value-Tarife bleiben weiter pausiert.


PSA Frankfurt nimmt Einsendungen an — und krempelt gleichzeitig alle Service-Level um

Was im Juni angekündigt wurde, ist seit dieser Woche Realität: Seit dem 15. September, 00:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit, nimmt PSA in Frankfurt am Main Einsendungen entgegen. Europäische Sammler schicken ihre Karten damit erstmals an eine Adresse auf dem Festland statt über den Atlantik. Und weil selten etwas allein kommt: Einen Tag zuvor hat PSA sämtliche Service-Stufen umbenannt und neu bepreist.

Frankfurt: was dort möglich ist

Das Zentrum bietet alle weltweit verfügbaren Service-Level an — und zwar nicht nur für Karten, sondern auch für signierte Karten, Tickets und versiegelte Packs. Es ist also kein abgespecktes Annahmebüro, sondern ein vollwertiger Standort.

Für uns in der Schweiz ändert das die Rechnung spürbar:

  • Kürzere Transportwege. Vier Autostunden statt neun Flugstunden — jede eingesparte Umschlagstation senkt das Risiko für Rohkarten.
  • Einfachere Versicherung. Innereuropäischer Versand lässt sich leichter und meist günstiger absichern als ein Transatlantik-Transport.
  • Der Zoll bleibt. Die Schweiz ist nicht EU. Aus- und Wiedereinfuhr der eigenen Karten wollen weiterhin sauber deklariert sein — der Weg ist kürzer, nicht papierlos. Wie das konkret abläuft, steht in unserer Einsende-Anleitung.

Die neuen Service-Level

Parallel zum Europa-Start hat PSA die Tarifstruktur umgebaut. Die wichtigsten Punkte:

Stufe Preis Laufzeit (Arbeitstage)
Standard (neu) 59.99 USD 90–100
Priority (vorher «Regular») 79.00 USD 70–80
Express 199 USD (vorher 149) 20–30
Premier (vorher «Walk-Through») — 7–10

Neu ist die Stufe «Standard» mit 59.99 US-Dollar und einem Höchstwert von 1'000 US-Dollar pro Karte. Sie schliesst die Lücke zwischen den günstigen Massentarifen und dem teureren Priority-Service.

Die unangenehme Nachricht: Die Value-Tarife bleiben pausiert. Sie waren im Mai wegen des Nachfrageansturms ausgesetzt worden, und «Standard» ersetzt sie ausdrücklich nicht — Standard-Aufträge werden sogar erst nach den bestehenden Value- und Bulk-Aufträgen bearbeitet. Wer auf die Rückkehr des 25-Dollar-Tarifs aus unserem Februar-Bericht gewartet hat, wartet weiter.

Was das für deine Rechnung bedeutet

Die Kombination aus Frankfurt und neuer Tarifstruktur verschiebt die Wirtschaftlichkeitsschwelle in beide Richtungen:

Günstiger wird es beim Transport. Versand und Versicherung innerhalb Europas schlagen deutlich weniger zu Buche als der US-Weg — und die Zeit im Transit sinkt.

Teurer wird es bei der Gebühr. Ohne Value-Tarife liegt der günstigste reguläre Einstieg bei rund 60 Dollar pro Karte. Das hebt die Schwelle, ab der sich Grading überhaupt lohnt, deutlich an. Unsere bisherige Faustregel — unter 50 Franken Kartenwert nicht graden — muss man jetzt nach oben korrigieren: Realistisch trägt erst ein dreistelliger Kartenwert eine Einzeleinsendung. Die vollständige Kosten-Nutzen-Rechnung steht in «Wann lohnt sich Grading?».

Langsamer wird es fast überall. 90 bis 100 Arbeitstage im Standard-Tarif sind rund ein halbes Jahr Kalenderzeit. Wer eine Karte zu einem bestimmten Termin im Slab braucht, muss entsprechend früh oder teurer einsenden.

Transparenz: Wir verkaufen graded Slabs und profitieren von einem liquiden Grading-Markt. Einschätzungen sind redaktionell, keine Anlageberatung.

Und die europäische Konkurrenz?

Für PCA, AiGrading und Pure Grading ist diese Woche der Ernstfall, den wir im Juli beschrieben haben: Das Logistik-Argument ist weg. Was bleibt, sind Preis und Tempo — und ausgerechnet dort hat PSA gerade Angriffsfläche geboten. Ein europäischer Anbieter, der in vier statt zwanzig Wochen liefert und dabei unter 60 Dollar bleibt, hat 2026 ein stärkeres Verkaufsargument als noch im Frühling.

Unsere Empfehlung bleibt unverändert pragmatisch: Für den Wiederverkauf graden, wo die Marke zählt — für den reinen Schutz dort, wo es schnell und günstig geht. Die Entscheidungsmatrix steht im Anbieter-Vergleich, und fertige Slabs gibt es wie immer bei uns im Vault.

Quellen

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