GradingPSA, BGS, CGC oder Europa? Der grosse Grading-Vergleich 2026
Wer graden will, muss zuerst wählen: PSA für den Wiederverkauf, BGS für die Subgrades, CGC fürs Preis-Leistungs-Verhältnis — oder gleich ein europäischer Anbieter? Der ehrliche Vergleich.

«Wo soll ich graden lassen?» ist die häufigste Frage, die uns im Laden gestellt wird — und die ehrliche Antwort beginnt mit einer Gegenfrage: Wozu? Wiederverkaufswert, Schutz, Sammlerstolz und Budget führen zu unterschiedlichen Anbietern. Der Überblick für 2026.
Die grossen Drei aus den USA
PSA — der Marktstandard
PSA ist mit riesigem Abstand Marktführer und hat den entscheidenden Vorteil: maximale Liquidität. Ein PSA-10-Slab erzielt beim Verkauf fast immer den höchsten Preis und findet am schnellsten Käufer, schlicht weil jeder die Marke kennt und den Zehner-Standard akzeptiert. Die Kehrseiten: seit Februar höhere Preise, lange Laufzeiten in Boomphasen und eine Zehnerskala ohne Zwischentöne — eine 10 ist eine 10, mehr erfährst du nicht.
Mit dem neuen Center in Frankfurt fällt ab Sommer 2026 zudem das grösste Europa-Argument gegen PSA weg: der US-Versand.
BGS/Beckett — die Detail-Instanz
Beckett Grading vergibt Subgrades — Einzelnoten für Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche — und mit der legendären Black Label 10 (viermal die Bestnote) die prestigeträchtigste Auszeichnung des Hobbys. Für Analytiker und Perfektionisten bleibt BGS attraktiv; am Markt erzielen reguläre BGS-Slabs allerdings meist etwas weniger als vergleichbare PSA-Grades. Pikantes Detail der Branchenkonsolidierung: Beckett gehört inzwischen zum selben Konzern wie PSA.
CGC — der Preis-Leistungs-Angreifer
Aus der Comic-Welt kommend hat sich CGC Cards mit moderner Technik, schnellen Laufzeiten und aggressiven Preisen etabliert. Die Slabs gelten als hochwertig, die Bewertung als streng und konsistent. Der Rückstand liegt allein im Wiederverkauf: Die Marke zieht preislich noch nicht auf PSA-Niveau — der Abstand schrumpft aber von Jahr zu Jahr.
Die Europa-Alternative
PCA (Frankreich), AiGrading (Italien), Pure Grading (England) und weitere haben sich als lokale Option etabliert: kürzere Wege, keine US-Zollbürokratie, oft günstigere Tarife. Für Sammlungen, die in Europa bleiben, sind sie eine rationale Wahl — beim internationalen Wiederverkauf bleibt der Markenabschlag gegenüber PSA jedoch real. Wie sich dieser Wettbewerb unter dem Druck der PSA-Expansion entwickelt, analysieren wir separat.
Die Entscheidungsmatrix
| Dein Ziel | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Maximaler Wiederverkaufswert | PSA |
| Detail-Analyse & Prestige-Jagd | BGS (Black Label) |
| Gutes Grading, kleines Budget | CGC oder Europa-Grader |
| Schneller Schutz ohne Verkaufsabsicht | Europa-Grader oder Eigenlagerung |
| Karte unter ~100 Franken Wert | Meist gar nicht graden — Rechnung hier |
Drei Wahrheiten zum Schluss
- Der Grader ändert die Karte nicht. Eine mittelmässige Karte wird durch keinen Slab besser — Vorsortieren spart mehr Geld als jede Anbieterwahl.
- Population zählt. Vor dem Einsenden lohnt der Blick in die Pop-Reports: Eine Karte, die schon tausendfach in PSA 10 existiert, gewinnt durch Grading wenig Exklusivität.
- Der Markt stimmt täglich ab. Vergleiche vor grossen Entscheidungen die realen Verkaufspreise desselben Slabs bei verschiedenen Gradern — die Daten sind öffentlich, die Unterschiede oft dreistellig.
Transparenz: Wir verkaufen graded Slabs verschiedener Anbieter. Einschätzungen sind redaktionell, keine Anlageberatung.
Fazit
2026 ist die Wahl klarer denn je: PSA fürs Verkaufen, BGS fürs Prestige, CGC und Europa fürs Budget. Und für alles unterhalb der Grading-Schwelle gilt der älteste Rat des Hobbys: gute Hüllen, dunkler Schrank, ruhige Hände. Bereits gegradete Einzelstücke findest du in unserer Slab-Auswahl.


